Kinderfahrrad

Kinderfahrrad – Vom Laufrad bis zum Jugend-MTB

Ein Kinderfahrrad, das in Größe und Ausstattung optimal passt, kann sehr viel dazu beitragen, dass sich ein Kind gerne an der frischen Luft bewegt. Mit dem ersten eigenen Laufrad als reinem Spielrad finden schon die Kleinsten einen ersten Zugang zum Fahrradfahren. Das erste echte Kinderfahrrad mit Pedalen können Eltern für ihren radbegeisterten Nachwuchs dann eventuell schon ohne Stützräder kaufen. Außerordentlich wichtig bei allen Kinderfahrrädern ist die optimale Größe, die Sicherheitsausstattung und selbstverständlich eine ganz tolle Optik – von farbenfroh bis obercool. Wir beraten Dich im folgenden Beitrag, worauf Du bei Auswahl und Kauf eines Kinderfahrrades oder Jugendfahrrades achten solltest.

Welche unterschiedlichen Kinderfahrräder gibt es?

Es versteht sich von selbst, dass ein elfjähriges Kind ein anderes Fahrrad braucht als ein vierjähriges. Zeigt Dein Kind schon sehr früh Interesse an einem Fahrrad, kannst Du es mit einem Dreirad oder besser mit einem Laufrad sehr gut spielerisch an das erste richtige Fahrrad heranführen. Beim Laufrad benutzt das Kind seine Füße zum Vorwärtskommen und zum Abstützen. So können schon die Kleinsten das Lenken und die Koordination üben. Die nächste Stufe ist das erste echte Kinderfahrrad mit 12-Zoll-Laufrädern. Zwar besitzt so ein Rad schon Pedale und eine Klingel, aber es ist wie das Laufrad immer noch ein Spielgerät (Spielrad) und somit nur für den Einsatz auf sicheren Grundstücken und sicheren Gehwegen gemacht.

Bei den für die Straße geeigneten Fahrrädern für Kinder ab dem vollendeten achten Lebensjahr ist unbedingt auf die nach StVZO vorgeschriebene Sicherheitsausstattung mit Beleuchtung und Reflektoren zu achten. Ob Mädchenfahrrad, Jungenfahrrad, BMX oder Mountainbike für Kids: Bei allen Kinderfahrrädern ist natürlich ein echt cooles Design zwingend erforderlich, damit das Kind gerne fährt. Je älter das Kind wird, desto ähnlicher werden die Fahrräder in Optik und Funktionalität den Erwachsenen-Fahrrädern. Daher kann ein hochwertiges Fully-Mountainbike für ältere Kinder und Jugendliche durchaus das technische und preisliche Niveau eines MTBs für Erwachsene erreichen.

Welche Laufradgröße bzw. Rahmengröße ist die passende für mein Kind?

Bei Kinderfahrrädern wird die Größe immer in Zoll angegeben (gemeint ist damit im engeren Sinne die Laufradgröße). Die kleinsten Kinderfahrräder sind die 12-Zoll-Fahrräder, zur jeweils nächsten Größe geht es dann immer im Abstand von zwei Zoll (14 Zoll, 16 Zoll usw.). Das wichtigste Kriterium für die Wahl der Kinderfahrrad-Größe ist die Körpergröße Deines Kindes. Darüber hinaus solltest Du aber auch die Schrittlänge messen, so dass Du anhand beider Werte die optimale Fahrradgröße bestimmen kannst. Die Schrittlänge misst Du am besten so: Dein Kind sollte mit geradem Rücken an einer Wand stehen. Klemme nun ein Buch zwischen seine Beine und schiebe dieses so weit wie möglich nach oben. Die Schrittlänge bei möglichst gerade gehaltenem Bein ist der Abstand vom Boden bis zum oberen Ende des Buches.

 

Anhand der folgenden Tabelle kannst Du nun die passende Kinderfahrrad-Größe ermitteln:

Beachte bitte, dass diese Tabelle nur Richtwerte angeben kann. Wichtig ist, dass Dein Kind mit beiden Füßen komplett den Boden erreicht, wenn es auf dem Sattel seines neuen Fahrrades sitzt – kann es das nicht, erhöht sich unweigerlich die Sturzgefahr.

Alter des Kindes
Körpergröße in cm
Schrittlänge in cm
Fahrradgröße in Zoll
Ab 2 Jahren
95 bis 105 
40 bis 43
12
4 bis 6 Jahre
105 bis 115
 43 bis 50
14
 5 bis 7 Jahre
 110 bis 120
 47 bis 55
16
6 bis 8 Jahre
115 bis 130
50 bis 60
18
8 bis 10 Jahre
130 bis 140
55 bis 67
20
Über 10 Jahre
Über 140
Über 67

24 (bis hin zu 26 oder 28 bei älteren Jugendlichen)

Kann ich auch ein etwas größeres Fahrrad kaufen, damit mein Kind nicht so schnell „herauswächst“?

Es stimmt natürlich: Kinder wachsen schnell! Und ein Fahrrad, dessen Größe heute ideal passt, kann in ein paar Monaten schon zu klein sein. Wir müssen dennoch dringend davon abraten, ein Kinder-Fahrrad auch nur etwas zu groß zu kaufen. Denn nur wenn die kleine Radfahrerin oder der kleine Radfahrer gut an den Lenker kommt und nur wenn der Weg zu den Pedalen und zum Boden optimal bemessen ist, sind auch die Sicherheit und ein Wohlfühlen gegeben. Deshalb ist es so immens wichtig, ein Kinderfahrrad in der optimalen Größe zu kaufen.

 

Welche Sicherheitsausstattung benötigt ein Fahrrad für Kinder?

In §2 Absatz 5 der Straßenverkehrsordnung heißt es: „Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen.Kinderfahrräder gelten nach §24 StVO als „besondere Fortbewegungsmittel“. Auch wenn für Kinderfahrräder als „besondere Fortbewegungsmittel“ keine Beleuchtung vorgeschrieben ist, solltest Du beim Kauf darauf achten, dass das Fahrrad jederzeit gut zu sehen ist. So verfügen die 12-Zoll- und 14-Zoll-Fahrräder von Puky, Bachtenkirch und anderen bekannten Marken in der Regel über Reflektoren an den Pedalen sowie über einen Front- und einen Rück-Reflektor. Ebenfalls sinnvoll ist ein reflektierender Wimpel an einer eigens dafür gemachten, flexiblen Stange. Und eine Klingel, mit der sich kleine Radfahrer möglichst frühzeitig anfreunden sollten.

Achtung! Sobald Kinder das achte Lebensjahr vollendet haben und die Straße benutzen dürfen, müssen ihre Fahrräder den Vorgaben der StVZO entsprechen.

Folgende Ausstattung sollte an einem Kinderfahrrad ab acht Jahren vorhanden sein:

  • Eine aktive dynamo- oder batteriebetriebene Beleuchtung
  • Reflektoren nach vorne und hinten, die in der Beleuchtung integriert sein können
  • Reflektoren an Pedalen und Speichen
  • Eine helltönende Klingel
  • Zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen

 

Was gehört noch zu einem sicheren Kinderfahrrad?

Neben den bereits genannten Punkten zur Fahrradsicherheit solltest Du beim Kauf eines Kinderfahrrads auch prüfen, ob es einen stabilen Rahmen besitzt. Am besten sind die Tiefeinsteiger-Rahmen. Diese Rahmengeometrie gewährleistet, dass Dein Kind jederzeit schnell absteigen kann – und das wiederum vermindert die Sturzgefahr. Essenziell für die Sicherheit sind außerdem gute Bremsen, deshalb haben schon die Räder für die Kleinsten eine Felgenbremse und eine Rücktrittbremse.

 

Sollte das erste Fahrrad meines Kindes Stützräder haben oder nicht?

Richtig ist, dass Stützräder kleinen Fahrradfahr-Anfängern ein wenig die Angst vor dem Radfahren nehmen können. Stützräder fördern aber nicht die Koordination und das Fahrgefühl, sondern eher ein falsches Fahrradfahren. Deshalb ist es besser, das Kind mit dem Laufrad spielerisch an das Erlebnis Fahrradfahren heranzuführen und ihm so das Selbstvertrauen mitzugeben, die „weiteren Schritte“ auch ohne Stützräder machen zu können.

 

Worauf solltest Du beim Kauf eines Fahrrades speziell für Kinder achten?

Zusammengefasst solltest Du bei der Wahl eines Kinder-Fahrrades auf folgende Punkte achten:

  • Ein Laufrad ist als erstes Spielrad der optimale Einstieg in ein langes Radler-Leben voller Spaß am Radfahren
  • Kinderfahrräder gelten grundsätzlich als Spielräder und dürfen nur auf Gehwegen oder Privatgrund gefahren werden
  • Ist Dein Kind alt genug, um auf der Straße zu fahren (z.B. auf dem Schulweg), muss das Fahrrad unbedingt den Vorgaben der StVZO entsprechen
  • Bei der Wahl der Fahrradgröße ist die Körpergröße und die Schrittlänge ausschlaggebend, weniger wichtig ist dabei das Alter Deines Kindes
  • Bei der Wahl des Fahrrades sollte Dein Kind mitbestimmen können – schließlich soll es gerne darauf fahren
  • Wichtigstes Zubehör ist ein kindgerechter Fahrradhelm! Dieser soll schützen, komfortabel sitzen und natürlich klasse aussehen