Rennrad

Geschwindigkeit und Eleganz

Das Rennrad ist beliebt wie nie zuvor. Kein Wunder, denn die modernen Carbon- Rennräder haben in Aussehen, Fahrverhalten und Speed mit den eher schwerfälligen Stahl-Rädern der Anfangsjahre kaum noch etwas gemeinsam. Ob pure Geschwindigkeit, hochwertige Eleganz oder günstiger Freizeitspaß: Jeder Radfahrer-Typ kann sein optimales Rennrad finden oder selbst zusammenstellen. Auch Stahl-Rennräder erleben durch Vintage-Boom eine Renaissance. Es können mit hochwertigen Stahlrahmen Komplett Räder bis 7,5 kg hergestellt werden. Sei es das komfortable Langstrecken-Rennrad, die auf Aerodynamik getrimmte Triathlon-Zeitfahrmaschine oder der geländegängige Cyclocrosser: Die Auswahl ist riesig. Das zeigt auch ein Blick auf die Markenvielfalt: Colnago, Specialized, BMC, Cannondale, Trek, Cube oder Bianchi sind nur einige der renommierten Hersteller, die aufgezählt werden können. Wir verraten Dir, worauf es beim Kauf eines Rennrades ankommt und was Du bei der Zusammenstellung von Komponenten wie Rahmen, Schaltung, Laufräder und Bremsen beachten solltest.

Cyclocross          Gravel Bike

Welche Rennrad-Varianten gibt es?

Es hat sich viel getan. Heute gibt es Rennräder für alle Ansprüche und sehr viele Einsatzzwecke. Neben den klassischen Straßen-Rennrädern wären da noch die Gravelbikes, die sich als Allroad-Räder mit breiterer Bereifung auch auf Waldwegen zu Hause fühlen. Ähnlich verhält es sich mit den Cyclocrossern, die auf jedem Belag gefahren werden können und für die es sogar eigene Renn-Veranstaltungen gibt. Nicht zu vergessen die Triathlon- und Zeitfahrmaschinen, deren Leichtbauweise und aerodynamische Eigenschaften hohe Geschwindigkeiten ermöglichen.

 

Worin unterscheiden sich die Rennrad-Rahmen?

Als Eddy Merckx 1972 einen Stundenweltrekord aufstellte, saß er auf einem Rennrad mit Stahlrahmen. Aber sind wir mal ehrlich: Stahl ist lange nicht mehr die erste Wahl…

 

Welche Materialien werden für den Rahmen verwendet?

Leistungssportler und ambitionierte Hobby-Radsportler entscheiden sich in aller Regel entweder für einen Alu-Rahmen oder einen Carbon-Rahmen. Aluminium-Rahmen werden aus speziellen Alu-Legierungen gefertigt, die sehr steif und robust sind – und das bei geringem Gewicht. Aber: Carbon-Rahmen sind noch etwas leichter und damit schneller – bei besserer Stoßabfederung. Dafür ist der Carbon-Rahmen teurer als der Alu-Rahmen und die Reparatur bei einer Beschädigung aufwendiger. Obwohl es somit Argumente sowohl für den Aluminium-Rahmen als auch für den Carbon-Rahmen gibt, hat Carbon mittlerweile definitiv die Nase vorn: Denn praktisch alle Profi-Rennräder sind heute aus Carbon gefertigt, ebenso die Top-Modelle für Hobby-Rennradfahrer. Bei den Einsteiger-Rennrädern ist Aluminium aber nach wie vor ein beliebtes, weil zuverlässiges und vergleichsweise günstiges Rahmenmaterial. Eine Nische stellen die Titan-Rahmen dar. Bei uns im Shop findest du eine Auswahl an hochwertigen Rennrädern mit Titan-Rahmen. 

 

Gibt es beim Rennrad unterschiedliche Rahmen?

Bei den reinen Straßen-Rennrädern gibt es grundsätzlich die Unterscheidung zwischen den eher komfortablen Rahmenformen für lange Touren und den sehr sportlichen Geometrien für beste Aerodynamik. Erstere ermöglichen sehr lange Ausfahrten, ohne dass Du Dich nach zwei Stunden im Sattel mit Schmerzen herumquälen musst. Letztere bewirken eine windschnittige Fahrposition mit gestrecktem Oberkörper, die bei den Triathlon-Rädern noch durch einen speziellen Aero-Lenker intensiviert wird. Seit einigen Jahren sind auch Damen-Rennräder im Angebot. Diese speziell für Frauen konzipierten Modelle haben meist einen schmaleren Lenker, einen weicheren Sattel und einen kleineren Rahmen, der eine etwas aufrechtere Fahrposition begünstigt.

 

Welche ist die passende Rahmengröße für mich?

Ein Triathlonrad oder ein Rennrad mit sehr sportlicher Ausrichtung kaufst Du in einer etwas kleineren Rahmengröße als ein normales Touren-Rennrad. Beispiel: Wenn beim normalen Rennrad die perfekte Rahmenhöhe für Dich zwischen 53 und 55 cm beträgt, dann liegt sie beim Triathlon- und Zeitfahr-Rad zwischen 50 und 52 cm. Als Richtwert für die Wahl der passenden Rahmengröße wird die Körpergröße herangezogen. Besser ist es aber, wenn Du zusätzlich noch Deine Schrittlänge misst und diese bei der Rahmenauswahl mitberücksichtigen lässt.

 

Welche Rennrad-Schaltung und Antriebsgruppe soll ich kaufen?

Bei der Auswahl der Antriebs- und Schaltkomponenten gibt es kein generelles „Richtig“ und „Falsch“. Es stellt sich hier vielmehr die Frage nach den Vorlieben und Einsatzgebieten. Wenn Du mit Deinem Rennrad beispielsweise viel „kletterst“, musst Du eine ganz andere Übersetzung wählen als ein begeisterter Flachland-Racer. Aber keine Sorge: Umfassende Auswahloptionen bieten alle namhaften Hersteller. Ob SRAM, Campagnolo oder Shimano – alle drei der führenden Marken für Antriebs- und Schaltgruppen liefern vom Einsteiger- bis zum Profi-Equipment zuverlässige und leichtgängige Komponenten.

 

Ist die Qualität der günstigeren Antriebsgruppen auch okay?

Nehmen wir als Beispiel den Marktführer Shimano. Ob Du Dich für ein Rennrad mit 105er-, Ultegra- oder Dura-Ace-Schaltung entscheidest: Du bekommst in jedem Fall ausgereifte Technik. Aber je teurer eine Schaltgruppe ist, desto leichter ist sie, desto hochwertiger ist das Material und desto fortschrittlicher die Technologie. Neue Erkenntnisse aus der Forschung fließen nun mal zuerst in die Top-Versionen ein, bevor sie später auch in den günstigeren Schaltgruppen verbaut werden. Deshalb sind die hochpräzisen elektronischen Schaltungen momentan nur innerhalb der Top-Antriebsgruppen erhältlich.

 

Welche Laufräder bieten sich bei einem Rennrad an?

Rennräder für Erwachsene sind in aller Regel mit 28-Zoll-Laufrädern ausgestattet. Wenn Du Dir schon mal die hochpreisigen Modelle betrachtet hast, werden Dir die Laufräder mit den hohen Felgen aufgefallen sein. Neben der tollen Optik bieten Felgen von 35/50 mm Höhe gegenüber normalen Laufrädern mit 20 mm Höhe einen aerodynamischen Vorteil (geringerer Luftwiderstand, höhere Laufstabilität). Je höher aber die Felge, desto höher ist auch ihr Gewicht und der Seiten-Widerstand. Für eine optimale Kombination aus Windschnittigkeit und geringem Gewicht hat daher das leichte Carbon auch im Laufrad-Bau Einzug gehalten. Allerdings ist im Unterschied zu den Rahmen bei den Laufrädern das Aluminium noch immer das am häufigsten verwendete Material. Der Grund dafür liegt nicht nur im deutlich höheren Preis des Carbons, sondern auch im schlechteren Bremsverhalten von Carbon-Felgen (vor allem bei Nässe).

Welche Unterschiede gibt es bei den Rennrad-Reifen?

Grundsätzlich lassen sich auf Rennrad-Felgen unterschiedlich breite Reifen aufziehen. Schmalere Reifen haben weniger Gewicht, breitere dafür ein besseres Rollverhalten. Waren bis vor Kurzem noch Reifen von 23 mm Breite Standard, verlagert sich dieser Standard mehr und mehr zu 25 mm. Bei der Reifen-Art lauten Deine Optionen:
  • Schlauchreifen
  • Drahtreifen (Variante: Faltreifen)
  • Tubeless-Bereifung (schlauchlos)

Drahtreifen bzw. die kompakt verpackten Faltreifen sind mit ihrer einfachen Handhabung beim Reifenwechsel und einer sehr großen Modell-Bandbreite (z.B. Racing-Modelle oder Modelle mit hohem Pannenschutz-Level) die am häufigsten verwendeten Rennrad-Reifen.

 

Wie sieht es beim Rennrad mit der Verkehrssicherheit aus?

Ein typisches Rennrad kommt ohne Schutzbleche, Klingel und auch ohne Beleuchtung daher. Wenn Du Dein neues Rennrad also auch auf der Straße in Hamburg, Berlin oder auf Landstraßen nutzen willst, musst Du es nach den Vorschriften der StVZO verkehrssicher machen. Damit Du für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar bist, empfehlen sich neben der aktiven Beleuchtung mit ansteckbaren Front- und Rückleuchten zusätzliche Reflektoren am Rennrad selbst.

Bei den Bremsen gilt für jedes Fahrrad und somit auch für Rennräder: Es muss zwei unabhängige Bremssysteme besitzen. Die Standard-Bremsen bei Rennrädern sind seit Jahrzehnten die Felgenbremsen, bei der sich die Bremsbeläge an die Bremsflanke der Felge pressen und das Laufrad dadurch abbremsen. Nach und nach gewinnt aber auch bei den Rennrädern die Scheibenbremse an Bedeutung. Zwar kann eine Scheibenbremse den Gesamtpreis des Rades um einige hundert Euro in die Höhe treiben, aber: Die Scheibenbremse zeichnet sich durch eine sehr gute und nahezu gleichbleibende Bremsleistung auch bei Nässe aus.

Welches Rennrad-Zubehör gehört dazu?

Am wichtigsten ist dabei sicherlich der Rennradhelm, den Du mit vielen Belüftungsschlitzen oder auch als besonders „windschlüpfrige“ geschlossene Aero-Variante kaufen kannst. Ebenfalls nicht ganz unwichtig sind natürlich die Pedale, die bei einem neuen Rennrad nicht zur Grundausstattung gehören. Die allermeisten Rennradfahrer schwören auf Klick-Pedale, bei denen es wiederum zwei konkurrierende (Haupt-)Systeme gibt: das Look-System und das SPD-SL-System von Shimano.

Zur Basis-Ausstattung für jeden Rennradler gehören außerdem:
  • Werkzeug-Set
  • Trinkflaschen mit Trinkflaschenhalter
  • atmungsaktive Radbekleidung: Trikot mit Reflektoren, Radhose mit Polsterung
  • Radschuhe
  • Radhandschuhe
  • eine Radbrille, die vor Sonneneinstrahlung, Fahrtwind und Insekten schützt 
  • und wer möchte noch viel mehr

Fazit: Die wichtigsten Punkte beim Rennrad-Kauf

Ob Du ein Komplettrad kaufen willst oder nur einzelne Rennradkomponenten – zusammengefasst solltest Du dabei folgende Punkte beachten:
  • Überlege, welcher Rennrad-Typ zu Dir passt: das Touren-Rennrad, ein sehr sportliches Rennrad, ein Gravelbike oder ein geländegängiger Cyclocrosser?
  • Gib für die passende Rahmengröße Deine Körpergröße und Deine Schrittlänge an
  • Entscheide Dich für ein Rahmenmaterial: Carbon (leichter, stoßdämpfender) oder Aluminium (günstiger, steifer), Titan oder Stahl
  • Wähle die Antriebsgruppe bzw. Schaltung: Auch die Mittelklasse-Modelle leisten sehr gute Dienste, sie sind nur etwas schwerer
  • Welche Laufräder möchtest du zum Rennrad? Das Standard-Material ist hier nach wie vor Aluminium
  • Bremsen: Felgenbremsen sind seit Jahrzehnten bewährt, Scheibenbremsen stellen aber ein Plus an Sicherheit dar